
Die Rede ist von der Vuvuzela, der echten südafrikanischen Fantrompete. Sie sieht aus wie eine Lilie ohne Blätter, ist gemacht aus Plastik und besticht durch ihre Lautstärke. Fachleute beschreiben die mit rund 120 Dezibel. Aber wenn Sie jemals mit einer Vuvuzela Aufzug gefahren sind, dann möchten Sie ganz andere Worte gebrauchen, das kann ich Ihnen versichern. Sagen wir mal so: Ein voll aufgedrehter Lautsprecher platziert in zwei Millimeter Abstand zum Trommelfell ist nichts dagegen. Es gibt Menschen, die nennen das Geräusch Elefantengebrüll – da ich mich nie einem Elefanten bis auf weniger als hundert Meter genähert habe, und die Exemplare, die mir über dem Weg gelaufen sind, friedliche Zeitgenossen waren, kann ich das leider nicht bestätigen. Wobei: Denkbar wäre es.
Die Vuvuzela darf jedenfalls in keinem südafrikanischen Stadion fehlen. Manch wütender Fan hat sich schon zu dem Urteil hinreissen lassen, ohne ihre Vuvuzelas hätten die afrikanischen Teams noch kein einziges Spiel gewonnen. Das ist natürlich fauler Zauber, wiewohl: Tatsächlich verfolgen die Fans in den Stadien eine ausgeklügelte Zermürbungstaktik (wer jemals bei einem Spiel mit afrikanischer Beteiligung dabei sein durfte, weiß, wovon ich rede). Wähnt der Gegner sich nach dem ersten Tor auf der Siegerstraße, setzt der Lärm an. Zurückhaltend zunächst, dann anschwellend, bis selbst der Torwart der gegnerischen Mannschaft sich lieber die Ohren zu halten würde als den Ball. Nein, dieser Torwart möchte man nicht sein, und schon gar nicht Ordner, der den afrikanischen Fanblock unter Kontrolle zu halten hat.
Woher die lautstarken Störenfriede kommen, darüber streiten sich übrigens die Gelehrten. Die einen meinen, die Vuvuzela habe in afrikanischen Dörfern und später in den südafrikanischen Townships dazu gedient, die Bewohner zu wichtigen Versammlungen zusammenzututen. Es gibt aber auch die, die sagen, Vuvuzelas wurden Mitte des letzten Jahrhunderts von südafrikanischen Lokführern als Warnsignal benutzt und später von den Widerstandskämpfern gegen die Apartheid umfunktioniert. Einig sind sich alle, dass die Tröte früher nicht aus Plastik war, sondern aus Blech oder Zinn. Und dass ,,Vuvuzela” Zulu, die Sprache der südafrikanischen Ureinwohner ist.
Heute machen die Hersteller auf farbenfroh. In Düsseldorf hofft eine Firma schon seit Monaten auf den großen Reibach und wirbt im Internet mit den ,,einzig wahren afrikanischen Fantrompeten”. In Südafrika kostet ein Exemplar um die 30 Rand (3 Euro). Aber Achtung: Wer den echten Vuvu-Sound hinkriegen will, der sollte jetzt schonmal mit Lippengymnastik starten. Bis zur WM sind es nur noch weniger als 100 Tage, und wer will sich schon nachsagen lassen, ,,sein” Team hätte ein wichtiges Spiel verloren, weil die gegnerischen Fans einfach die fettere Tröte gehabt hätten. Ich jedenfalls habe mir gerade in der Mittagspause eine gekauft und übe mich jetzt im Vuvuzauber. Fern von jeglicher Zivilisation, versteht sich. Wozu gibt es Kellerräume?
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(2010-05-10 10:25:42)
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(2010-04-13 13:56:48)
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(2010-02-13 14:07:56)
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(2010-02-08 13:45:35)
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Anonym - die vuvuzelas sind über all zu erstehen wie in estimmten einkaufsläden für 2 bs 10 euro ! lg Essi
(2010-06-18 09:32:14)
Anonym - Gerd aus Haltern am See- Hallo, habe gehört das es noch einige sehr teure "Pfeifen und Tröten" bei der WAZ in Essen gibt.
(2010-05-25 20:07:19)
Ulrich aus Gelsenkirchen - Ich habe die Vuvuzela bei der Metro erhalten!
(2010-04-20 12:22:24)
Jörg aus Kamen - Wo kann ich in Düsseldorf so eine Tröte erstehen?
(2010-04-06 20:47:38)